Beratung und Therapie

Für

Sie interessieren sich für Einzelsitzungen, wünschen eine Paarberatung / Paartherapie oder suchen als Eltern oder Familie nach Lösungen? Lesen Sie in den folgenden Abschnitten mehr zu den verschiedenen Möglichkeiten.

Es muss nicht immer klassisch vorgegangen werden, denn z.B. kann eine Paarberatung auch im Einzelgespräch stattfinden.

Gibt es einen klassischen Ablauf? - Ja und nein. Wir steigen klassischerweise langsam ein. Dazu gibt es das Erstgespräch, in dem wir einander vorstellen, das Thema anreißen und erst Frage dazu beantworten. Hier werden generelle Fragen für die weiteren Sitzungen besprochen. Schließlich klären wir Ihr genaues Anliegen und einen möglichen Fahrplan (mit Optionen der Adaption). Ggf. steigen wir hier schon langsam ein. Ab dem zweiten Termin beginnt die intensivere inhaltliche Arbeit. Diese dauert an, bis das Anliegen erfüllt ist bzw. bis wir in gegenseitiger Absprache die Sitzungen abschließen.

Wie lange dauert eine Beratung? - Das ist sehr unterschiedlich und hängt z.B. vom Thema, der Häufigkeit der Treffen und Ihren Vorstellungen ab. Eine Einheit sollte andauern, bis das Ausgangsthema beantwortet, abgeschlossen bzw. integriert ist. Gleichzeitig können Sie die Dauer mitbestimmen, ich gebe dazu Vorschläge und Empfehlungen. Meine Arbeitsweise zielt darauf ab, die Zeit in den Sitzungen gut zu nutzen. In Zahlen gesprochen: für Coaching können 1-5 Sitzungen geplant werden, für Beratung durchschnittlich 1-10 Situngen, für Therapie sollten mind. 7 Situngen eingeplant werden.

Bei Fragen und Interesse, rufen Sie mich gern an. Ich freue mich, Sie zu beraten.

Die systemische Paarberatung ist lösungsorientiert. Zusammenhänge und passende (neue) Wege stehen im Fokus. Je nach Anliegen werden auch Ursachen, Kontexte und Konstellationen einbezogen. Wenn verschiedene Themen miteinander zusammen hängen, gilt es, den Überblick zu finden, Klarheit zu gewinnen und so Entscheidungen und ein Wohlfühlen möglich zu machen. Auch sich selbst auszudrücken und miteinander in einen guten Austausch zu sein, kann Ziel einer Paarberatung sein. Wenn Sie sich in der Partnerschaft nicht authentisch oder zufrieden fühlen, kann das Anlass für eine Beratung oder Paartherapie sein.

Themen können z.B. sein:

  • Konflikte und Krisen in der Partnerschaft
  • Kommunikation
  • Missverständnisse und Streit
  • Vertauen
  • Verständnis und Freiraum
  • Sexualität
  • Kinderwunsch
  • Elternsein und Partnerschaft
  • Patchwork-Familie
  • Arbeitsteilung
  • Trennungsbegleitung
  • Eifersucht
  • Ex-Partner* innen

Warum kann ich auch allein eine Paartherapie machen? - Die systemische Arbeit erlaubt einen umfassenden Blick auf Kontexte, Situationen und Themen oder Konflikte. Auch zwischenmenschliche Konstellationen können schon durch eine Person aus dem Beziehungsgefüge (dem System) transparent werden. So ist es möglich, dass Sie allein kommen, wenngleich das Thema nicht nur Sie betrifft. Auch ist je Kontext üblich, Einzeltermine mit jeder/m Partner/in zu vereinbaren. So kann das Thema noch nachhaltiger betrachtet werden.

Methoden bei der Paarberatung | Paartherapie

  • Gespräche
  • Systemische Perspektive
  • Systemsiche Methoden
  • Kommunikation
  • Mediation | Vermittlung
  • je nach Kontext: Körperarbeit, Körpersprache, Achtsamkeit

Abläufe der Paarberatung | Paartherapie

  • Kontext-Findung
  • Anliegen- und Zielformulierung
  • etablieren verschiedener Blickwinkel
  • Ursachen und Zusammenhänge erkunden
  • jede/jeder wird gleichbereichtigt in den Prozess einbezogen
  • Methoden werden jeweils speziell ausgewählt und besprochen, ehe sie mit einfließen
  • Störungen haben Vorrang
  • Lösungen erarbeiten

Ich vertrete einen behutsamen und wertschätzenden Ansatz. Dabei geht es um das, was ist und nicht, was sein sollte oder könnte. Das heißt auch, dass vermeintliche gesellschaftliche Normen und Anforderungen "vor der Tür" bleiben. Ich schaue ganz auf Sie (und zu Ihrem Kind) und Ihr Anliegen, in einer wertfreien sowie Halt und Raum gebenden Atmosphäre.

Wann ist das hilfreich? - Bei Ängsten oder Konflikten vor, während oder nach einer Schwangerschaft, z.B.:

  • wenn Geburt oder Schwangerschaft eine große seelische Herausforderung darstellen
  • wenn eine schwierige oder traumatische Geburt oder Schwangerschaft vorliegen
  • wenn die Bindung zum eignen Kind schwierig ist
  • wenn das Baby/ Kind oft weint oder schreit (veraltet „Schreikind“)
  • wenn es dem Baby scheinbar schwer fällt, richtig „anzukommen“
  • wenn das Baby oder Kind in bestimmten Situationen „anders“ reagieren, als gewohnt
  • bei Konflikten mit der eigenen Rolle, Identität oder Lebenssituation
  • wenn Konflikte oder Befürchtungen vor dem Muttersein / Elternsein aufkommen

Motivation - Mutter (oder Eltern) zu sein oder zu werden fordert fast immer heraus und kann durchaus zu Problemen, Krisen oder Konflikten mit sich selbst, dem Baby oder Kind, oder dem Partner/der Partnerin führen. Darin liegt gleichzeitig ein großes Potential für Veränderungen – die glücklicher machen können.

Vielleicht kennen Sie folgende Situationen oder stellen sich hin und wieder folgende Fragen: Bei dem Gedanken an eine Schwangerschaft oder Geburt kommt nicht nur Freude auf, mitunter sogar große Angst. Vielleicht wirft eine vorausgehende schwierige Schwangerschaft oder Geburt ihren Schatten? Wie ist damit umzugehen? Und eigentlich wünsche ich es mir doch anders? Weint mein Baby/ Kind mehr als andere? Geht es ihm gut? Das mit der Bindung / Beziehung sollte doch eigentlich anders laufen, oder? Wenn ja, kann ein gemeinsamer Termin passend sein.

Haben Sie Interesse oder Fragen? Ich bin gern für Sie da.

Wie

Die Verbindung von Systemik, Kommunikation und Körperarbeit macht die Stärke meiner Arbeit aus. Sie erlaubt jedes Thema individuell zu betrachten. So werden passende Lösungen möglich, denn jeder Mensch und jedes Thema ist unterschiedlich.

Lesen Sie auf diesen Seiten mehr darüber, was Systemik, Kommunikation und Körperarbeit ausmacht und wie ich sie umsetze.

Mögliche Gründe für eine systemische Beratung / Therapie (HPG) / Coaching.

  • Persönliche Krisen
  • Entscheidungen
  • Konflikte
  • Familiäre Herausforderungen oder Problemen
  • Patchworkfamilien
  • Übergangsphasen
  • Angst / Panik
  • Stress / Erschöpfung / Burnout
  • Depression
  • Trauma
  • Gefühle von Hilflosigkeit, Traurigkeit, innerer Leere
  • Selbstzweifel
  • Berufliche Fragestellung
  • Lebensweg
  • Selbstwert / Selbstbewusstsein
  • Grenzen ziehen / Nein-sagen
  • Beziehungsthemen

Ein System ist wie ein Mobilé.

Um die Systemik verständlich zu machen, wird gern das Bild eines Mobilés (einer "Unruhe") herangezogen. Ähnlich wie bei einem Mobilé versteht man Systeme (z.B. Familien, Partnerschaften, Arbeitsnetzwerke etc.) als Gefüge oder Komplexe, die aus mehreren Teilen bestehen. Diese Teile sind miteinander in Austausch und können sich gegenseitig beeinflussen. Ist ein System im Gleichgewicht, ist es wie bei einem Mobilé, das in sanft schwingt. Wird das Moblié durch z.B. Wind oder Berührung oder gar Ziehen an einem Element aus dem Gleichgewicht gebracht, beginnt es sich stark zu bewegen. Alle Teile sind betroffen. Sie wirbeln umher, verknoten sich, stoßen gegeneinander oder ähnliches. So lässt sich ein System vorstellen, das aus dem Gleichgewicht geraten ist. Seine "Teile" (wie Menschen, Kontext, Gegebenheiten) geraten aneinander, verhärtete Fronten können entstehen, Streit, Vorwürfe und so weiter.

Schon kleine Störungen oder Irritationen eines Systems können spürbar werden und sich in Reibungen, Problemen oder Krisen äußern - sowohl zwischenmenschlich als auch persönlich. Systeme, ebenso wie Mobilés tendieren dazu, immer wieder in eine Ruhe und ein (neues) Gleichgewicht zu kommen. Wenn sich dieses nicht von allein einstellt, kann es hilfreich sein, durch systemische Beratung, Therapie oder Coaching begleitet ein neues und authentisches Gleichgewicht und/oder Miteinander zu finden. Letzlich können Verwirbelungen durchaus fruchtbar sein.

Jedes System ist einzigartig.

Da kein Mensch einem anderen gleicht, gleicht auch kein Problem dem anderen. Somit ist nach dem systemischen – und auch meinem – Verständnis der jeweilige Lösungsweg ganz individuell zu betrachten. In den Sitzungen werden relevante "Ausschnitte" vor dem Hintergrund einer bestimmten Fragestellung oder Thematik betrachtet.

In der Beratung und Therapie (HPG) lege ich Wert auf einen vertrauensvollen und achtsamen Umgang. Das systemische Gespräch wird durch passende Methoden bereichert. Zudem können therapeutisches Yoga und Körperarbeit/Körperpsychotherapie, Naturarbeit, Entspannungsmethoden, Atemtechniken und Visualisierungen die Sitzungen bereichern. So erhält der eigene Prozess wirkungsvoll positive Impulse, damit Sie (wieder) in Ihre eigene Kraft kommen.

Antworten finden.

  • Wie funktioniert Kommunikation? Welche Möglichkeiten habe ich?
  • Welche Hürden und Hilfen gibt es in der Partnerschaft, der Familie, im Beruf oder Freundeskreis, etc.?
  • Wie können Missverständnisse, Konflikte oder Reibungen vermieden oder bereinigt werden?
  • Was haben Gefühle mit Kommunikation zu tun?
  • Wie kann ich mich authentisch äußern?

Im weitesten Sinne.

Ich fasse den Kommunikationsbegriff sehr weit. Wie in der Systemik üblich, nehme ich verschiedene Perspektiven in diesen Bereich auf. Daher gehört für mich ebenso das Kommunikationstraining und -verstehen dazu, wie die private Kommunikation zwischen z.B. Paaren, Eltern und Säuglingen/Babys/Kiindern, in Familien und zwischen Freunden. Auch die neuen Medien, mediale Kommunikation, gesellschaftliche Prinzipien, kollektives Gedächtnis und andere Ausdrucksformen zählen für mich dazu. Sie alle beeinflussen einen Menschen und Systeme und können ausschlaggebend sein für die Lösung von Konflikten oder Fragestellungen.

Die sprachliche Kommunikation bietet dafür einen Hauptzugang. Denn auch auch, wenn dies den kleineren Teil der eigentlichen Kommunikation ausmacht, sind Missverständnisse und missliche Interpretationen hier am deutlichsten sichtbar. Wir halten uns z.B. im Streit eher an Worten und Tonfällen fest, als an dem, was damit zusammen hängen könnte. So wird über die verbale Spache auch die Brücke zu Körpersprache, Mimik, Gedanken, Gefühlen u.a. erleichtert. Da wir Emotionen über die verbale und non-verbale Sprache ausdrücken, ist es themenspezifisch zielführend, die Berührungspunkte von Kommunikation und Emotion zu betrachten.

Die Reichweite von Kommunikation.

Kommunikation ist die Basis menschlicher Interaktion. Sie ist hauptsächlich unsichtbar, subjektiv und interpretiert. Nur ein Bruchteil ist verbal und (be)greifbar. Wir lesen Mimik, Tonfall und Körperhaltung meist ohne es zu merken - und oft ohne zu wissen, dass unsere Schlussfolgerungen durch frühere Erfahrungen geprägt sind. So können leicht Fehlinterpretationen, Irritationen oder Missverständnisse entstehen. Denn wir sehen nicht (nur) die Person vor uns und die Situation in der wir uns jetzt befinden. Die konfliktarme Kommunikation (angelehnt an die gewaltfreie Kommunikation von M. Rosenberg) baut auf das Hinterfragen von kommunikativen Prozessen und deren Verständnis.

Indem Ziele formuliert werden, können neue und passendere Kommunikationsmöglichkeiten erarbeitet und geübt werden. Es ist ein Prozess, der weder schmerzlich noch übermäßig zeitintensiv sein muss. Es geht in erster Linie um Klarheit, Orientierung und neue Möglichkeiten. So lassen sich Konflikte kommunikativ lösen und potentielle Hürden können im Vorfeld beseitigt werden. Das Verstehen und Üben ermöglicht effektive Handlungsmöglichkeiten. Indem auch hier der Blick geweitet wird, kann sich die Sichtweise verändern und neue Lösungen sind erkennbar und umsetzbar.

Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare” (Christian Morgenstern)

Körperarbeit.

In der Körperarbeit ist Innehalten, (Durch-)Atmen und wertfreies Beobachten zentral. Auch in den Gesprächen werden Sie mitunter ein Angebot zum Innehalten, Verweilen, sich Umschauen und (sich) wertfrei zu beobachten erhalten. Der Kopf hat mitunter alles verstanden und die Gedanken haben vielleicht das Thema von vielen Seiten durchdacht. Die systemischen Perspektivwechsel helfen, neue Blickwinkel und damit Lösungen zu finden. Doch bleibt der Lösungsweg hier mitunter auf der Kopfebene. Der Körper jedoch "beherbergt und verwaltet" unsere Emotionen. Die wiederum können durch Gedanken nicht ausgetrickst werden. Für einen nachhaltigen Gedankenwechsel ist es also wichtig, den Körper und über ihn auch die Emotionen mit ins Boot zu holen. Oft erhält der Kopf dann eine wohltuende Pause.

Atem- und Entspannungsübungen geben der Körperarbeit zusätzliche Anker für Halt und Stabilität. Auch hier werden mögliche Schritte vorab mit Ihnen abgesprochen. Dieses Vorgehen ist eng an das Gespräch gebunden und folgt lösungsorientiert Ihrem individuellen Prozess. Dabei sind Feingefühl und Ruhe besonders wichtig.

Systemische Yogatherapie.

Atemübungen (Pranayama) und Körperübungen (Asanas) aus dem Yoga werden gezielt eingesetzt, um seelische oder geistige Anspannung, die im Körper verankert ist, zu lockern, zu lösen und langfristig zu entspannen. Jede Asana hat neben dem wohltuenden Effekt auf den Körper auch einen harmonisierenden, entspannenden oder erregenden Effekt auf den Geist und das seelische Befinden. So kann Yoga über einzelne Übungen oder Übungsabfolgen tief wirken.

Entspannung und Achtsamkeit.

Gespräch, Verstehen und Körperarbeit profitieren von Entspannung. Denn es braucht die innere Ruhe (und das Gefühl von Sicherheit), um Veränderungen und neue Wege langfristig zulassen zu können. Im entspannten "Modus" sind wir aufnahmefähiger und flexibler. Daher ist mir wichtig, Sicherheit und Ruhe in den Sitzungen zu ermöglichen - dann wird Entspannung möglich. Diese "wache" Entspannung begünstigt schließlich auch positive Veränderung. Je nach Situation können das Atemübungen, TSY (traumasensitives Yoga), Achtsamkeitsübungen oder Visualisierungen sein, die nach Absprache durchgeführt werden.

Da es im Alltag nicht immer leicht fällt, abzuschalten und zu entspannen, können individuell passende Übungen im geschützten Raum verinnerlicht werden. Dann gelingt die Übertragung in den Alltag leichter. Mit etwas Übung gehen sie wie selbstverständlich in das eigene Handeln über. Dies wirkt sich auch positiv auf den eigenen Prozess im Coaching, in der Beratung oder Therapie aus.

Naturarbeit.

Die Natur bietet verschiedenste Zugänge zu sich selbst und zur Umwelt. Sie bietet wunderbare Wege, sich einem Thema zuzuwenden, in Kontakt mit sich zu kommen und Lösungswege zu entwickeln, die langfristig wirken, sowie Stabilität und Handlungsoptionen bieten. Mit Techniken der Gartentherapie, Naturpädagogik und -arbeit biete ich ergänzend zu Beratung, Coaching und/oder Therapie (HPG) die Möglichkeit an, in der Natur und mit der Natur zum jeweiligen Thema und Anliegen zu arbeiten.

Auch Seminare und Workshops können mit diesen Methoden bereichert werden. Die oben genannten Verfahren biete ich auch als Einzelsitzungen (ungebunden an Beratung oder Therapie) an. Siehe auch Yogakurse.

Wie läuft EMDR ab?

Besonders beim EMDR ist, dass der Ablauf anhand eines vorgegebenen Protokolls, anhand einer vorgegebenen Reihenfolge erfolgt. Nebenbei macht dieser Ablauf die Methode vergleichbar und erforschbar. Diese Methode ist vielfältig erforscht und als Verfahren anerkannt. Eines ihrer großen Vorteile ist der klare und gerahmte Prozess. So können bereits 3-5 Sitzungen zu der gewünschten Integration verhelfen. EMDR ist neben Traumaintegration auch für die Verarbeitung von traumatisierende Ereignisketten, Ängste, Phobien u.a. anzuwenden.

Voraussetzung für die Methode ist eine gewisse emotionale Stabilität der Klientin. Im Vorfeld werden stabilisierende Übungen angeboten.

Im Vorgespräch wird grob das Ereignis besprochen und welche Bilder dazu gehören. Es werden weitere damit verbundene Fragen erötert, die stets am Rande des Ereignisses bleiben. Es geht explizit nicht um das Aufleben lassen negativer (traumatischer) Gefühle oder Erinnerungen. Der Gefahr einer Retraumatisierung wäre zu groß. Es werden auch Stabilisierungsübungen noch einmal angewandt.

In der EMDR-Sitzung wird dann die wechselseitige Stimulation der Hirnhälften angeregt, indem eine gleichmäßige, abwechselnde Augenbewegung durch die Therapeutin vorgegeben wird. Ggf. kann diese Stimulation auch über die Handflächen erfolgen. Während des Prozessierens kommt es dann zu einem Wechsel zwischen Stimulation und Ruhe. In der Stimulationspause gibt die Klientin Hinweise zu ihrem Prozess. Die Therapeutin begleitet diesen sanft. Der Prozess ist abgeschlossen, wenn der Belastungsgrad des ursprünglichen Ereignisses bei null ist. Unter Umständen wird die Sitzung vorher beendet, wenn der Klient* das wünscht, wenn sich die Sitzung zeitlich dem Ende nähert oder die Therapeutin Indikationen dafür feststellt.

Nach einem abgeschlossenen EMDR-Prozess erfolgt ein Nachgespräch. Hier wird geschaut, ob der Belastungsgrad bzgl. des Ereignisses weiterhin bei null liegt und wie es dem Klienten in den Tagen nach der EMDR-Situng ergangen ist. Ist der Prozess in einer Sitzung nicht abgeschlossen, folgen weitere.

Wichtig zu wissen ist: EMDR ist keine Hypnose. Die Klient* in vollkommen bewusst dabei und kann sich frei bewegen, kann frei sprechen.

Was ist ein Trauma?

Von einem Trauma spricht man, wenn eine Ereignis von besonderer (destruktiver) Kraft auf einen Menschen wirkt und für den Moment bzw. danach die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen überschreitet, dieses Ereignis einzuordnen und zu verarbeiten. Klassischerweise werden als ein Trauma auslösende Ereignisse solche angesehen, die auf jeden Menschen eine traumatisierende Wirkung _hätten___. Dazu zählen z.B. Naturkatastrophen, Krieg, Flucht, Vergewaltigung, Zeugen von Gewalt, Entführung u.ä. Nach jüngerem (und auch meinem) Verständnis ist diese Definition zu eng gefasst. Da Menschen unterschiedliche Möglichkeiten haben, Ereignisse zu verarbeiten und einzuordnen, kann davon ausgegangen werden, dass die Wirkung von Ereignissen nicht pauschalisiert werden kann. So wird heute z.B. auch emotionale Gewalt als traumaauslösend betrachtet.

Ich orientiere mich stark an der subjektiven Wirkung von Ereignissen auf einen Menschen und fasse den Traumabegriff sehr weit. Ich bin sehr dafür, den Begriff des Traumas aus der Nische zu holen, um passendere Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit (verkannter) Traumafolgereaktion anbieten zu können.

Ein paar Beispiele (nicht erschöpfend):

Alter. Ein Junge von 4 Jahren hat eine andere Wahrnehmung und einen anderen Erfahrungsschatz als derselbe Junge im Alter von 13 Jahren. Und dieses sind wiederum anderes, wenn der Junge zu einem Mann mit 25, 40 oder 63 Jahren gereift ist. So entscheidet u.a. das Alter über (nicht) vorhandene Erklärungskompetenzen von einem Menschen.

Umfeld. Ebenso spielt es eine Rolle, inwiefern ein Mensch Bestärkung und Unterstützung durch sein Umfeld erhält. Das gilt sowohl für die Kindheit, in der die Grundsteine gelegt werden, als auch für später. Erfährt ein Kind beispielsweise frühzeitig, dass Probleme lösbar sind, dass es irgendwie immer weiter geht und es Unterstützung von den Eltern oder anderen Bezugspersonen erhält, wenn es sie braucht (Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit), ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind bei tiefgreifenden Ereignissen einen Ausweg findet, größer.

Persönlichkeit. Es ist heute gut erforscht, dass auch die eigene Perönlichkeit - also das, was wir charakterlich mitbringen und was nicht anerzogen ist - einen Einfluss darauf hat, wie wir Ereignisse verarbeiten. Das zeigt sich besonders klar bei Zwillingen. Auf ein und dasselbe Erlebnis (egal welcher Art) werden Zwillinge, trotz gleicher DNA und gleichen familiären Kontexts, mit Sicherheit unterschiedlich reagieren. Diese Prädisposition oder Grundhaltung kann positiv durch das Umfeld beeinflusst werden. Erklären, Verständnis und die gemeinsame Suche nach Lösungen oder Hilfe, kann Kindern frühzeitig bestärken.

Subjektives Empfinden und Emotionen. Ebenfalls gut erforscht ist die Tatsache, dass Menschen Schmerz sehr unterschiedlich wahrnehmen. So wie Schmerz eine subjektive körperliche Empfindung ist, sind Emotionen subjektive seelische Empfindungen. Das heißt, sie können nicht in gleicher Intensität und zu selbst Zeit nachempfunden werden. Unser Vokabular ermöglicht den Austausch darüber, aber befähigt nicht zur selben Emfindung. Wir können bspw. "Druck", "Wut", "gering" oder "stark" nicht quantifieren. Durch die ungleiche und subjektive Wahrnehmung können wir nicht davon ausgehen, dass z.B. das Mithören eines elterlichen Streits auf jedes Kind gleich wirkt.

Schock, Krise oder Trauma?

Die gute Nachricht ist, dass nicht jedes verstörende oder erschütternde Ereignis automatisch ein Trauma auslöst. Es kann sich um einen ersten Schock handeln oder eine Irritation. Das wäre eine Reaktion des Organismus bzw. Systems, die zeigt, "hier ist etwas deutlich anders geschehen, als erwartet und als ich gerade einordnen konnte". So eine erste akute Reaktion kann ein paar Minuten bis zu wenige Tage andauern. Gibt sie sich von selbst, indem die Selbstheilungskräfte wirken, wunderbar. Dann ist spätestens nach ein paar Tagen noch eine Erinnerung da, die einen emotional jedoch nicht mehr so aufwühlt.

Interessant: Bei einigen Tieren kann man nach einer besonders bedrohlichen Situation eine Art "Abschütteln" von Ereignissen beobachten. Hunde, zum Beispiel, neigen dazu, sich nach einem größeren Kampf o.ä. kräftig zu schütteln. Einen solchen Impuls zum Lockermachen oder Abschütteln können wir manchmal auch merken. Bei einer "schaurigen" Nachricht schüttelt es uns gern einmal. In diesem Kontext gehen wir dem meist auch nach. In anderen Kontexten konventioneller Weise eher nicht. Für die Integration wäre es gut, jedem Impuls in dieser Richtung nachzugehen. Also schütteln Sie ruhig Ihre Hände, Arme oder Beine aus, wenn Ihnen danach ist.

Aus einem schockartigen Erlebnis kann sich mitunter eine Krise ergeben. Manchmal werden Themen durch solche Momente deutlich. Dies birgt dann Möglichkeiten, sich neu kennenzulernen und Themen anzusehen. Eine Krise wirft in der Regel viele Fragen auf und Antworten werden gesucht. Daher haben Krisen ein hohes Potential, etwas zu bewegen - in eine positive Richtung.

Es kann auch sein, dass die Symptome eines Schocks nicht wirklich verschwinden oder es nach einiger Zeit immer wieder zu lebhaften Erinnerungen kommt, mitunter zeigt auch der Körper durch z.B. Anspannung oder Herzrasen, dass er auch nach mehreren Wochen noch in Stress ist. Wenn zudem ein verändertes Verhalten im Alltag deutlich sein sollte, durch Vermeidung, Angst, sehr starke oder sehr schwache Emotionen, kann eine Abklärung notwendig werden, ob es sich um ein Trauma bzw. eine Traumafolgereaktion handelt. Diese Abklärung ist z.B. beim Hausarzt oder Psychologen möglich.

Was können Sie sonst noch tun? - In jedem Fall: Sprechen Sie darüber, wie es Ihnen geht. Reden Sie mit vertrauten Personen (Familie, Freunden, Bekannten) und/oder dem Arzt/ der Ärztin Ihres Vertrauens darüber. Suchen Sie sich ggf. kompetente psychologische Unterstützung. Belastungen durch einschneidende Erlebnisse kennen viele Menschen. Mitunter hilft es gegenseitig, sich auszutauschen.

Und: Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihnen gut tut und wohltuend ist. Und wenn es eine Sache am Tag ist, konzentrieren Sie sich auf diese.

Warum

Es können verschiedenste Gründe Anlass für eine Beratung oder Therapie sein. Dabei zählt das subjektive Erleben am stärksten. Denn Ereignisse und Situationen wirken auf jede* n anders. Das heißt, Fakten können nur eine Idee geben, wie es einem Menschen geht. Gefühle, Körperzeichen, Erinnerungen, Stimmungen u.ä., zeigen auch, wie Erlebnisse wirken. Auch Symptome wie Stress, Angst, Ruhe oder Unruhe o.ä. können darauf Hinweise geben. Einen Überblick über mögliche Themen für die Beratung und Symptome als Anzeichen finden Sie folgend.

Beispiele für Themen für eine Beratung / Therapie können sein:

  • Persönliche Krise
  • Berufseinstieg, Arbeitswechsel
  • Trennung / Scheidung / Hochzeit
  • Krankheit
  • Entscheidungen
  • Verlust
  • Partnerschaft
  • Konflikte im Beruf
  • Lebensweg / Lebenswandel
  • Familiäre Herausforderungen oder Probleme (z. B. bei Auszug eines Kindes, in Patchworkfamilien)
  • Übergangsphasen wie Pubertät oder Menopause, Wohnortwechsel, berufliche Veränderungen
  • Angst / Panik
  • Schlafstörungen
  • Stress
  • Anspannung
  • Erschöpfung / Burnout
  • Mobbing
  • Depression
  • Trauma
  • Gefühle von Hilflosigkeit, Stagnation, Traurigkeit, Sinnlosigkeit, innere Leere
  • Eigene Abwertung, Selbstaufgabe, Minderwertigkeitsgefühl

Anzeichen können z.B. sein:

  • Grübeln
  • negative Gedanken
  • Vermeidung (von Orten, Situationen, Menschen, o.ä.)
  • unvermittelt Herzrasen
  • Hyperventilation
  • Gedanken-Spirale
  • Wiederaufflammen von Bildern
  • Körperliche Symptome (ohne organische Ursache)
  • Angst oder Ängstlichkeit
  • veränderter Appetit
  • Traurigkeit
  • Fragen
  • Lustlosigkeit
  • Krise
  • innerer Konflikt
  • Müdigkeit / Erschöpfung
  • Anspannung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Stimmungsschwankungen
  • u.a.m.

Es können verschieden Gedanken, Stimmungen oder Einstellungen zu mir und/oder meinen Mitmenschen sein. Als auch körperliche Anzeichen oder Handlungen.

Hinweis: Symptome treffen nie auf nur eine Ursache zu, sie können immer verschiedenes bedeuten. Im Gespräch werden Zusammenhänge erörtert. Körperliche Symptome sind zunächst immer ärztlich abzuklären! Wenn keine organische Ursache gefunden wurde, sind psychische und seelische Themen in Betracht zu ziehen. Beides kann auch parallel erfolgen - schließlich sind Körper und Seele nicht von einander zu trennen.